Sie sind hier:  >> Presse  >> Badische Zeitung vom 19. Oktober 2009 

Badische Zeitung vom 19. Oktober 2009

 

Wenn die "Teddybears" sich mit den "Flying Saucers" messen

EIMELDINGEN (inbo). Seit dem vergangenen Wochenende blicken die Rock’n’ Roller Deutschlands mit einer gehörigen Portion mehr Respekt auf den vergleichsweise kleinen "Rock'n'Roll Club Lörrach". Der Grund: Mit nur 90 Mitgliedern durfte er eine Deutsche Meisterschaft ausrichten, die zudem die erste in Südbaden war. Im Club, der in diesem Jahr auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblickt, war natürlich die Freude groß darüber, dass im Vorfeld alles geklappt hat.

So kam es, dass die Elite der akrobatischen Tanzkunst im "G5" am Rand von Eimeldingen zu Gast war. Dort bot sich ein quirliges Bild. Teilnehmer in schmucken, farbenfrohen Kostümen eilten durch alle Räumlichkeiten. Belegt wurden zu diesem Anlass Foyer, Turnhalle und Auditorium. Während es an den Tischen im Eingangsbereich eher unaufgeregt zuging, herrschte in der Turnhalle Konzentration. Hier fand das Eintanzen der Paare statt, einhundert waren es insgesamt.

Action pur bot sich einen Gang weiter im Auditorium, dem Konzertsaal. Fast alle Plätze waren besetzt, gut und gern 1000 Menschen hatte der Event angezogen. Die volle Aufmerksamkeit richtete sich auf das Geschehen der Bühne. Dort zeigten die Paare der anwesenden 42 Rock'n'Roll-Clubs der Jury, was sie drauf hatten. Die "Teddybears" maßen sich beispielsweise mit den "Flying Saucers", wie die Namen der Teams überhaupt fantasiereich ausfielen. Schnelligkeit und Perfektion waren die ausschlaggebenden Faktoren – die freundliche Miene inbegriffen. Ohnehin haben die Paare zu tun, um ihre Figuren, die schon mal "Todessturz" oder "Scherenteller" heißen, exakt hinzulegen. Fast fünfzig Bewegungen pro Minute werden absolviert.

Bei den Schülern besteht die hohe Kunst zu zwei Dritteln in der Fußtechnik. Das bedeutet nicht, dass die Jüngeren die Akrobatik nicht beherrschen, sie dürfen sie bei Ausscheiden aber nicht zeigen. Strenge Regeln herrschen in der Wertung, erzählt Bernd Hug, der nicht nur 18 Jahre Vorstandsarbeit beim RCC geleistet hat, sondern auch eifriger Tänzer war.

Großes Daumendrücken war an dem Tag bei den Lörrachern angesagt, denn mit Tamara Löffler und Benjamin Schaufelberger gingen zwei Einheimische an den Start. Der Ausrichter darf mit der "Wildcard" ein Paar ins Rennen schicken. Gereicht hat es zwar nicht, im Verein zählt das Duo jedoch zu den vier Turnierpaaren und damit zu den Besten.

Gewertet wurden A, B, C-Klasse zuzüglich Schüler und Junioren. Anerkennende Blicke galten den Jüngsten, die reife Leistungen zeigen, viele tanzen seit Kindertagen. Aber auch die weiteren Jahrgänge ernteten enthusiastische Zurufe und jede Menge lautstarken Beifall. Die hervorragende Tonqualität in Verbindung mit den großzügigen Platzkapazitäten samt Umkleidekabinen, Unterbringungsmöglichkeit im hauseigenen Hotel und Verpflegung im Restaurant gaben dem "G5" den Zuschlag, so Hug. Es ist die perfekte Location, sagt er, einzig das Parkett für die Tanzfläche wurde aus dem Burghof geholt, um mit einer einwandfreien Ausstattung aufzuwarten.

Als Hochburgen des Rock’n’Roll gelten Böblingen und Stuttgart. Durchaus gefürchtet sind weiter die Bayern, etwa aus München.

Freude über dieses exponierte Gastspiel zeigte auch der Hausherr. David Seger aus der Geschäftsleitung meinte bei der Buchung: Mit der Deutschen Meisterschaft könnt Ihr gern jedes Jahr kommen.